Das Plektrum-Spiel - Grundlagen



Jeder Gitarrenfreund bewundert(e) seine Helden, die rasende Solis und geniale Riffs spielen und dabei das Plektrum (und die Finger) über die Saiten flitzen lassen. Möglich ist solch schnelles Spiel nur durch den Wechselschlag sowie weitere Spieltechniken, die hier jedoch zunächst außen vor bleiben sollen, weil sie den fortgeschrittenen Gitarristen vorbehalten sind, die auch in der Lage sind, diese schnellen Töne mit der linken Hand zu greifen ;-). Ein solides Handwerk im Wechselschlag wird aber vermutlich vorerst für die meisten viele Jahre ausreichend sein.

In den folgenden Ausführungen geht es nicht um einfache Liedbegleitung, bei der wir lediglich mit einer einfachen Abwärtsbewegung alle Saiten von oben nach unten anschlagen; der Lernwillige wird hier eine etwas differenziertere Spielweise erlernen - und dabei mehr Spaß beim Spielen haben.

 


Was bedeutet Wechselschlag?

Die Grundtechnik

Wechselschlag bedeutet, dass die Saiten bei jeder Ab- u. Aufwärtsbewegung des Plektrums, bzw. der Hand, im Wechsel angerissen werden. Bei den ersten Versuchen benutzen wir zunächst nur eine einzelne Saite,  vielleicht  am besten die hohe e-Saite, und zupfen diese immer wieder  nur von oben an. Die Aufwärtsbewegung zurück zur Ausgangsposition geschieht also leer, ohne Ton. Beim Wechselschlag nutzen wir nun aber zusätzlich diese Aufwärtsbewegung, um die Saite erneut anzuzupfen.

Beim, z.B., viermaligen Anschlag nur von oben brauchten wir bislang insgesamt 4 Hin- u. Herbewegungen des Plektrums. Wenn wir nun die Aufwärtsbewegung zusätzlich nutzen, um die Seite anzuspielen, schlagen wir innerhalb des gleichen viermaligen Bewegungsmusters die Saiten 8 mal an! Wir haben unsere  Spielgeschwindigkeit quasi verdoppelt und erreichen nun das viermalige Anzupfen der Saiten durch nur zweimaliges auf und ab des Plektrums! Aus 4/4 wurden 8/8 Töne, und beides ergibt ein Ganzes, nämlich den gleichen Bewegungsablauf.

Dies ist die Grundlage des Plektrum-Spiels, das recht schnell beherrscht werden kann. Die eigentliche Hürde ist der nächste Schritt, nämlich das synchrone Spiel mit Plektrum und linker Hand. Wir üben zunächst natürlich sehr langsam, und werden als nächstes anfangen, zu jedem Anschlag einen anderen Ton zu greifen. Dazu eine kurze, wichtige und grundsätzliche Anmerkung: die Geschwindigkeit kommt von ganz allein durch immer bessere Beherrschung der Technik beim langsamen Üben; wir brauchen also Geschwindigkeit nicht trainieren! (Was nicht heisst, dass man sie nicht trainieren kann, aber das tun wir später und dann mit Metronom...)

Wir werden zur späteren Zeit hin und wieder bemerken, dass in bestimmten schnellen Passagen kleine Unsauberkeiten auftreten. Hier sollte man dann die betreffende Passage wieder so langsam wie möglich spielen und sich jeden Einzelschritt wirklich bewusst machen. Je besser wir diese Passage dann im langsamen Tempo beherrschen, um so schneller wird unser Spiel werden.

Diese kurze Einführung in das Plektrum-Spiel ist jedoch nur Grundlage für noch raffiniertere Techniken, mit denen sich z.B. richtig coole Riffs spielen lassen. Dies werden wir aber an anderer Stelle behandeln. Ohne das kleine 1x1 gibt es keine höhere Mathematik ;-). In diesem Sinne machen wir zunächst weiter ...

 


Übungen mit einer Saite und 4 Fingern

Wir beschränken uns zunächst wiederum auf die hohe e-Saite. Beim Abschlag spielst du die e-Saite leer, beim Aufschlag legst du den Zeigefinger kurz vor den 4. Bund, so dass dieser bereits da drauf liegt, wenn das Plektrum die Saite zupft, und der Ton auch erklingt. Dies tust du nun immer wieder  im Wechsel; Leersaite-4. Bund, Leersaite-4. Bund, Leersaite-4. Bund (E und Gis), und zwar laaangsaaam! Achte auf das richtige Timing, so dass nach Auflegen des Fingers vor dem Bund ein sauberer Ton entönt sowie auf einen gleichmäßigen Rhythmus. Zähle immer jeweils bis 4, bei jedem Abschlag eins weiter.

Nun setzten wir die gleiche Übung mit dem Mittelfinger fort, welcher jetzt jedoch vor dem 5. Bund gesetzt wird. Gleichermaßen die Übung für den Ringfinger vor dem 6. Bund und zu guter letzt den kleinen Finger vor dem 7. Bund. Für jeden Finger zählst du 4 mal bis 4, bis du  jeweils zum nächsten Finger wechselst. Allein diese Position (Lage) erlaubt uns bei einiger Geschicklichkeit Übungen, welche die zu Anfangs meist schwachen Ring- u. kleinen Finger kräftigen und beweglicher machen, und außerdem sehr effektvoll klingen, wie wir noch sehen werden, wenn wir diese Übung erweitern. - Denn wir wollen ja spielen ;-).

Du kannst diese Übung auch variieren, indem du z.B., wenn du einmal mit der Übung durch bist, danach mit dem kleinen Finger anfängst, und dann die restlichen Finger in umgekehrter Reihenfolge spielen lässt. Und übe Geduld; bis Ringfinger und kleiner Finger richtig fit und bezüglich Kraft, Beweglichkeit und Motorik gleichwertig werden, braucht es eine geraume Zeit. Gitarre lernt niemand im Schnellkurs.

Halte dich jedoch nicht allzusehr an solchen Übungen auf, wichtig ist eher, dass du diese benutzt, um eigene Entdeckungen zu machen. Versuche irgendwelche Melodien zu spielen, die dir in den Kopf kommen und die du magst, oder improvisiere mit dem, was du bereits an Fähigkeiten und Kenntnissen erworben hast. So wird dir das Griffbrett am ehesten vertraut, und du kommst darauf immer besser zurecht.

Nach ein paar Wochen kommen wir zur nächsten Lektion ;-) ...

Demnächst kurze Lehr-Videos an dieser Stelle, sowie Fortsetzung der kleinen Lektion.

 


Erweiterte Übungen auf einer Saite

Nachdem du nun einige Tage, besser Wochen, mit oben beschriebener Übung experimentiert hast, setzen wir die Übung fort, indem wir sie ein klein wenig abwandeln und die Position auf dem Griffbrett variieren.

Wird forgeführt...